Homes of Hope - Uganda 2014

 
03Sept
2014

Happy End!

Mit einer Abschlussfeier endete am Freitag, den 22. August 2014 das Homes of Hope Projekt in Uganda. In den letzten fünf Wochen unterstützen wir den Aufbau eines Schulgebäudes in Bulumela.

Ein Teil unserer Gruppe fuhr am Freitag schon zeitig zur Baustelle, um bei den Aufbau- und Aufräumarbeiten zu helfen. Der andere Teil der Gruppe kaufte im Supermarkt Soda-Getränke ein, die wir neben einem selbstgemachten typisch deutschen Kartoffelsalat mit zur Baustelle nahmen.
Unser Hausvermieter und seine Kinder, sowie weitere Volontäre aus Mbale wurden zu der Feier herzlich eingeladen und konnten sich somit von den Erzählungen über das Schulgebäude ein eigenes Bild machen und mit uns feiern .
Gegen Mittag begann die Feier und wir versammelten uns im Zelt, indem wir auch viele Helfer und Dorfbewohner antrafen konnten. Von verschiedenen aktiven Personen wurden Reden gehalten, die auch in die Dorfsprache „Lugisu“ übersetzt wurden. Anschließend bauten wir das Buffet auf, es gab kulturelle Kost, die von den Dorffrauen gekocht wurde, wie Matoke (aus Kochbananen), Posho (aus Maisbrei), Reis, Bohnen und Fleisch, und den deutschen Kartoffelsalat, sowie Süßigkeiten für die Kinder und verschiedene Limonaden. Im Anschluss an das Essen tanzten wir mit den Ugandern zu afrikanischer Musik  und wir verteilten T-Shirts und ausgedruckte Fotos von der Projektzeit, zudem wurden viele Abschlussbilder geschossen.
Gegen frühen Abend hieß es auch schon ‚Abschied nehmen‘, der uns allen nicht leicht gefallen ist…

Haus am Ende der Projektlaufzeit Banner Gruppenbild Zelt

Am Samstagmorgen packten wir die restlichen Sachen zusammen und fuhren in einem Matatu von Mbale nach Kampala. Das letzte Wochenende verbrachten wir gemeinsam in der uns schon bekannten RedChilli Hideaway Anlage ein, um noch ein paar erholsame Tage an die doch anstrengende Zeit anzuschließen.

….Aber ganz so leicht, wie gedacht, konnten wir den Plan leider nicht umsetzten, da ein Großteil der Gruppe sich mit einem Magendarm Virus infizierte und ein Großteil der Zeit im Bett oder auf der Toilette verbringen musste. Auch unzählige Durchfall-/ Übelkeitmittel etc. hatten keine Chance. Sandy hatte es leider sehr stark erwischt und wir beschlossen, nachdem das Thermometer auch noch Fieberwerte anzeigte, in ein Krankenhaus zu fahren, um den Verdacht auf Malaria ausschließen zu können. Lynn und Britta sind, mit der tatkräftigen Hilfe von Ann- Christin ;), ebenfalls mitgefahren, da wir auch schon während der Woche etwas kränkelten.
Im Krankenhaus angekommen, wurden wir positiv überrascht, einerseits von den hygienischen Umständen, aber andererseits auch von der Freundlichkeit und direkten Behandlung. Zusammenfassend ist der Aufenthalt im Krankenhaus gut verlaufen, da wir drei negativ auf Malaria getestet worden. Nun hieß es weiterhin Bettruhe und durchhalten.
Am nächsten Tag ging es den meisten schon besser und wir konnten abends Annas 30. Geburtstag feiern. Dies hatten auch unsere ägyptischen Zimmernachbarn mitbekommen und organisierten für Anna eine Überraschungsparty mit leckerer Schokotorte, Wunderkerzen, Schneespray und den schönen Partyhütchen

Am Dienstag stand die Abreise der fünf Mädels und der drei GoAheadler an.
Josi bleibt noch bis zum 1. Oktober in Uganda, da sie als Gastdozent an der Bishop Stuart Universität in Mbarara tätig ist. Britta ist noch bis Dezember in Uganda, da sie als Volonteer an der St. Stephens School in Manafwa unterrichtet. Auch Ann- Christins Weg führt nicht direkt nach Deutschland, sie reist noch acht weitere Wochen nach Thailand.
Der Rest der Gruppe ist wieder sicher in Deutschland gelandet und verweilt mit den vielen schönen zurückliegenden Gedanken und Erfahrungen an die Zeit in Uganda zu Hause.

Denn wie heißt es so schön:

„Erfahrungen sind Maßarbeit. Sie passen nur dem, der sie macht." (Caro Levi)

 (Britta)

22August
2014

Stein auf Stein-bauen muss sein

Letzte Woche ging es auf der Baustelle ans Verputzen, mit einer neuen Gruppe ugandischer Arbeiter, die deutlich ausgelassener waren, als die Helfer der vergangenen Wochen und kontinuierlich den Kontakt zu uns suchten, sowie uns beim Verputzen und Glätten der Wände helfen ließen. Wiederholt wurden wir am Anfang der Woche heran geholt und bekamen Geräte in die Hand gedrückt, deren Nutzungsweise uns im Anschluss fachmännisch erklärt wurde, was wir dann (mehr oder weniger) erfolgreich in die Tat umzusetzen versuchten.

Morgendliche Besprechung Erste Versuche

Ab und zu wurden unseren unbeholfenen ersten Versuche belächelt, trotzdem war unsere Hilfe von fast allen gerne gesehen. Denn einer fiel aus der guten Gesamtstimmung heraus: unser Bauleiter David. Das hatte vor allem damit zu tun, dass die an diesem Tag endlich, mit einigen Tagen Verspätung, die Türen und Fenster geliefert wurden. Es dauerte nur wenige Augenblicken, bis uns das Problem bewusst wurde: die Türen waren viel zu groß für die vorgesehenen Öffnungen. Deshalb mussten seitlich der Öffnungen Steine wieder weggeschlagen werden, um Platz für die gelieferten Türen zu schaffen. Das Gleiche Spiel wiederholte sich an den kurzen Seiten des Gebäudes, wo nun auch Fenster eingebaut werden sollten. Ob das von Beginn an so geplant war, oder das spontan entschieden wurde, als fünf statt drei-so viele Öffnungen waren ausgespart worden-Fenster geliefert wurden, wissen wir nicht. So oder so warf uns dieser Umbauprozess in unserem Zeitplan für die Fertigstellung erheblich zurück, was die angespannte Laune von David erklärte. Von diesem Zeitpunkt an durften wir kaum noch bis gar nicht mehr beim Verputzen und Glätten helfen, da wir langsamer und unsauberer arbeiteten als die -ausgebildeten- Helfer vor Ort. Eigentlich vollkommen verständlich, aber dennoch enttäuschend für uns, da wir durchaus Gefallen an der Arbeit gefunden hatten. 

Des Weiteren führte diese Planänderung zu einigen Sorgen, ob das Haus denn noch halten würde, wenn einige Ziegelreihen wieder entfernt werden würden. Die Fachmänner vor Ort teilten unser und Nathans Bedenken glücklicherweise nicht und sie haben recht behalten-es hält.

Die nächsten Tage verbrachten wir größtenteils mit dem Aufräumen der Baustelle, einer Sysiphusarbeit, da beim Vergrößern der Öffnungen für Fenster und Türen immer wieder neuer Schutt anfiel. Letztendlich gelang es uns dennoch den Großteil des Drecks zu beseitigen, indem wir ihn auf vier Haufen aufteilten: ein Schuttberg von erheblichem Ausmaß, zwei Ziegelstapel und ein Müllhaufen für leere Zementtüten etc. Obwohl das Aufräumen die Laune unserer Gruppe nicht unbedingt hob, ernteten wir Lob für unsere gründliche und schnelle Arbeit. Das hat uns mal wieder bewusst gemacht, dass auch die kleinen, und vielleicht auch lästigen Arbeiten, auf einer Baustelle erledigt werden müssen, damit das Gebäude fertiggestellt werden kann und ohne unsere Hilfe hätten die ugandischen Helfer nach eigener Aussage dafür wohl einen weiteren Tag benötigt. Diese Erkenntnis entschädigte uns dann etwas für die Enttäuschung, dass wir nicht mehr beim Verputzen mitmachen durften.

Während der letzten beiden Tage der Arbeitswoche waren wir damit beschäftigt Wasser fürs Verputzen mit Kanistern von einer nahe gelegenen Pumpe zu holen und einen Erdwall direkt hinter der Schule zu beseitigten, der dazu geführt hätte, dass bei Regen das gesamte Wasser direkt auf die kleine Terrasse hinter dem Haus gelaufen wäre.

Wasser holen Wassertonne und Zement im Regen

Am Donnerstag kamen wir noch langsam voran, doch am Freitag hatten wir bereits etwas Routine im Einebenen der Fläche und darüber hinaus noch Verstärkung von einem österreichischen Freiwilligen, der an unserem Projekt interessiert war und spontan entschied uns einen Tag unter die Arme zu greifen. Er brachte die Idee einer Drainage für das Regenwasser ein, die wir am Freitag zu graben begannen, aber am Montag zu Gunsten einer etwas abschüssigen Fläche hinter dem Haus, auf der die Kinder spielen und das Wasser ablaufen kann, wieder zerstört wurde.

  Das Schaufeln beginnt Unsere Verstärkung: Markus Immer weiter schippen Es ist vollbracht 

Am Montag widmeten wir uns erneut dem Begradigen der Fläche hinter und diesmal auch neben dem Haus, sowie dem Heranschaffen von Wasser. Die andere uns aufgetragene Aufgabe-einige Sandhaufen vor dem Haus, die als Rampen für die Schubkarren hoch zur Veranda genutzt worden waren, zu entfernen- konnten wir leider nicht in Angriff nehmen, da an der selben Stelle noch gearbeitet wurde. Das führte dazu, dass wir einen großen Teil des Tages im Schatten saßen und uns mit Amira, Kerstin und Ben von GoAhead! unterhielten, die am Sonntag morgen aus Südafrika gekommen waren, um uns während der letzten Woche auf dem Bau zu unterstützen und sich ein Bild von der Situation vor Ort, dem Stand des Projektes und von anderen Projekten der ugandischen Partnerorganisation ACTS International zu machen. Da wenig zu tun war, wurden sie noch eine Runde durch das Dorf zum jetzigen Gebäude der Vorschule geführt und in das Wasserholen eingewiesen, während die ugandischen Helfer fleißig weiter verputzten.

Das Verputzen von außen-und die Türen sind auch drin

Doch nicht nur die Ankunft der drei neuen Mitstreiter füllte unser letztes Wochenende. Nachdem ein Teil von uns am Freitag abend das Nachtleben von Mbale erkundet hat, teilten wir uns am Samstag auf. Anna und Britta fuhren noch einmal nach Jinja zum gemütlichen Frühstück und anschließendem Bummeln, während der Rest sich einen entspannten Tag in Mbale machte, mit ausschlafen, am Pool eines Hotels in der Nähe liegen, schwimmen, (Nach-)Mittagsschläfchen und Spaziergang durch Mbale. Zum Abendessen trafen wir uns mit zwei italienischen Freiwilligen in einem kleinen, von einem Deutschen geführten, frisch eröffneten Restaurant.

Die Ankunft von Amira, Kerstin und Ben bei uns erfolgte nach der Landung in Entebbe eine Stunde zu früh um 23:50 überraschender Weise bereits um viertel vor sechs. Zu diesem Zeitpunkt schlummerten selbst Sandy und ich (die Frühaufsteher der Gruppe) noch in aller Ruhe. Nach einem wenig erfolgreichen Anruf Nathans bei Sandy und einem erfolgreichen bei Anna, waren ziemlich schnell alle Bewohner der recht hellhörigen Wohnung auf den Beinen, um die Neuankömmlinge herzlich zu begrüßen. Während ein Teil unserer erweiterten Gruppe bald (wieder) in ihre Betten krochen, um noch etwas wohlverdienten Schlaf zu bekommen, frühstückten wir anderen und bereiteten uns auf die bevorstehende Wanderung auf den Wanale Hill im Osten Mbales vor. Pünktlich um neun fanden wir uns am Treffpunkt vor dem Mount Elgon Hotel ein, abermals begleitet von den Italienern Marta und Angelo. Bis wir uns wirklich auf den Weg machten, war es allerdings bereits viertel vor zehn. Ugandan Style eben. Der Aufstieg war hart und anstrengend, aber die Aussicht von oben über Mbale und die umliegenden Districts war die Plackerei definitiv wert.

Ausblick

Der weniger beschwerliche Abstieg endete in einem ausgedehnten Gewitter, der uns bis auf die Haut durchweichte und selbst die Bodas am fahren hinderte (ob wegen der Straßenverhältnisse oder der Angst der Fahrer nass zu werden sei einmal dahin gestellt). Zum Glück sammelte uns gerade in dem Moment ein Matatu ein, in dem wir bereits jede Hoffnung aufgegeben und uns mit einem ausgedehnten Spaziergang nach Hause, in klatschnassen Schuhen und Klamotten, abgefunden hatten. Nach gründlichem Aufwärmen brachen Ann-Christin, Sandy und ich mit Amira, Kerstin und Ben noch zu einem ersten Stadtrundgang auf, bei dem Amira und Sandy zur allgemeinen Belustigung sorgten, indem sie mit ihrem Fuß im Schlamm am Straßenrand stecken blieben und   ihre FlipFlops in den Untiefen verloren, die anschließend mit der Hand wieder ans Tageslicht befördert wurden. Auch wenn die Ugander auf der gegenüberliegenden Straßenseite herzhaft lachten, stellten sie uns im Anschluss einen Eimer Wasser zur Verfügung, damit sich die Betroffenen vom Schlamm befreien konnten, was sie dankend annahmen. Abends ließen wir in unserem Wohnzimmer bei Chapati mit Brittas legendärer Guacamole, Salat und Ananas das Wochenende ausklingen.

(Lynn)

21August
2014

Murchison Falls & Kampala

Nach einer leider viel zu langen Pause, hier nun endlich mal wieder ein Lebenszeichen von uns! Der Blogeintrag wurde etwas ausführlicher und ich entschuldige mich bei allen, denen es bereits Sorgen bereitet hatte, dass wir uns nicht mehr gemeldet haben... Uns geht’s gut!!

Was uns schon seit der Vorbereitungszeit in Deutschland vorschwebte, sollte nun endlich in die Realität umgesetzt werden: auf Safari sollte es gehen!! Da wir mit Mbale nicht die günstigste Ausgangslage für die Nationalparks in Uganda haben, musste der Trip schon von längerer Hand geplant werden. Wir entschieden uns relativ schnell für den Murchison Falls Nationalpark, da dieser (zumindest auf der Karte) relativ gut erreichbar schien und viele Tiere inkl. einer wunderschönen Landschaft versprach. Nachdem wir mehrere Safariangebote des Nationalparks durchforstet hatten, kam die Ernüchterung. Die Tour würde kosten- und zeitaufwendiger werden als zunächst angenommen. Wir konnten uns jedoch noch zwei zusätzliche Tage von der Baustelle frei nehmen, so dass uns für den Trip vier volle Tage zur Verfügung standen. Über das Red Chilli Rest Camp erfuhren wir schließlich von etwas günstigeren Touren, die aber dennoch zu lang und zu teuer waren. Zudem waren die Touren ohnehin schon alle ausgebucht. Da jedoch Service im Red Chilli groß geschrieben wird, wurde kurzer Hand eine eigene, individuelle Tour für uns organisiert.

Voller Vorfreude starteten wir Donnerstag früh mit dem Bus nach Kampala. Dort wollten wir zunächst einen Zwischenstopp in dem Red Chilli Rest Camp Kampala einlegen und alles Organisatorische für die Tour besprechen, bevor wir dann am nächsten Morgen endlich Richtung Nationalpark aufbrechen wollen. Zudem sollten wir unseren Fahrer James kennenlernen, der uns durch die gesamte Tour begleiten würde. Als wir kurz vor Kampala waren, bekam ich einen Anruf von James, mit dem ich kurz vorher vereinbart hatte, dass er uns an der Bushaltestelle abholen und zum etwas abgelegenen Resort bringen sollte. Wie es der Zufall jedoch will, würde er gerade genau hinter unserem Bus fahren und wir sollen doch schon vor dem vereinbarten Treffpunkt aussteigen, damit er uns jetzt schon direkt einsammeln konnte. Wir waren schon alle etwas stutzig (der vereinbarte Treffpunkt war ja auch noch ein paar Kilometer entfernt und wie konnte er uns in dem Bus erkannt haben?!), stiegen aber trotzdem schnurstracks aus und fanden uns im strömenden Regen mit Sack und Pack an einer Tankstelle wieder. Gerade als der Bus wieder abfuhr, bekam ich einen zweiten Anruf von James, es täte ihm Leid, aber er habe sich in dem Bus geirrt und sei wohl hinter einem anderen hergefahren. Um der massiv sinkenden Stimmung entgegenzuwirken, wurde kurzer Hand das gesamte Snackregal der Tankstelle leer gekauft. Nach einigen quälenden Minuten und wirren Wegbeschreibungen meinerseits fand James endlich zur Tankstelle und brachte uns ins Red Chilli. Nach der ganzen Tortur erwartete uns endlich die ersehnte Entspannung! Nachdem wir schnell alles Finanzielle und Organisatorische regelten, stand uns ein Abend mit Pool, Pizza und der ersten heißen Dusche seit drei Wochen bevor. Wir waren im Himmel!!

Swimming Pool

Ausgeschlafen und selig entspannt starten wir bereits früh um 6.30Uhr mit James Richtung Nationalpark. Zunächst wunderten wir uns, warum James seine Matratze im Auto aufbewahrte und machten noch ein paar Scherze, ob er wohl dort übernachtet hätte. Es stellte sich jedoch heraus, dass die für uns gedacht waren, da wir ja zusätzlich zur Safari das volle Campingprogramm gebucht hatten. Also musste unser viel zu umfangreiches Gepäck noch neben der Campingausrüstung Platz finden. Nach ca. 4-5h erreichten wir, schon um einige Frühstückssandwiches gefüllter, endlich den Nationalpark. Da die Straße immer schlechter wurde und die Schlaglöcher für unkontrolliertes Umherschleudern aller Insassen sorgten, freuten wir uns schon bald anzukommen. Leider verpassten wir an einer Kreuzung die richtige Abzweigung und fuhren ein paar Kilometer in die falsche Richtung, die unsere Fahrt vor allem zum Leiden der Rückbank schmerzhaft verlängerte. Komplett durchgerüttelt stiegen wir schließlich 2 Stunden später im Red Chilli Rest Camp Murchison Falls aus.

 

Kurz entspannt, dann ging es schon weiter zu unserer ersten Ausflugsaktivität, der Nilbootsfahrt! Was sich relativ unspektakulär anhört, war die absolute Überraschung des Trips. Bereits kurz nach dem Ablegen des Boots sahen wir die ersten Nilpferde, die sich dicht am Ufer tummelten. Bei bestem Sonnenschein und einem kühlen Bier in der Hand fuhren wir entspannt den Nil hinauf und konnten die volle Bandbreite an Tieren bestaunen. Neben Warzenschweinen, Kaffernbüffeln, verschiedenen Antilopen, Sattelstorch, Schreiseeadler, Kingfisher und irgendwelche weiteren bunten Vögel konnten wir ein 4m langes Krokodil aus nächster Nähe beobachten.

Nach ca. 3h entspannter Fahrt waren die Murchison Falls in Sichtweite. Das Boot stoppte und alle Bootsgäste, die eine Wandertour mitgebucht hatten, sollten hier aussteigen. Dazu gehörten auch wir, und zwar fast ausschließlich wir. Ein junges Pärchen kam ebenfalls mit an Land, war aber nach zwei Minuten bereits Richtung Wasserfälle verschwunden. So standen wir zu siebt ohne Guide etwas verloren an der Felskante quasi schon direkt im Wald, wo wir rausgelassen wurden, und wussten nicht so Recht, was wir von der Situation halten sollten, machten uns dann aber allmählich auf den Wanderweg. Dieser begann zunächst sehr steil, entpuppte sich aber schnell als eine wunderschöne Wanderung mit nicht enden wollenden Panoramaausblicken auf den Wasserfall und die umliegende Landschaft. Schweißgebadet kamen wir schließlich oben am Wasserfall an. Noch ein kleines Fotoshooting eingelegt und die Aussicht genossen, dann holte uns James auch schon wieder ab und brachte uns zurück ins Camp.

  Gruppenbild

  Gruppenbild

Während unseres Ausflugs hatte er bereits unser Nachtlager vorbereitet und alle Zelte aufgebaut. Jedoch hatte er die Außenhülle zum Schutz gegen Regen vergessen, was wir noch schnell mit nachholten (zum Glück). Auch war besprochen, dass einmal drei Mädels zusammen in einem Zelt schlafen werden. Unsere Annahme, dass dann auch 3 Matratzen und Decken in diesem Zelt vorhanden wären, traf nicht zu. Nach einem entspannten, wenn auch sehr einseitigen Abendessen begleitet von umherschwärmenden Fledermäusen, gings nochmal fix unter die kalte Dusche. Zurück am Zelt erwartete uns dann eine absolute Überraschung. Etwa 20m entfernt konnten wir auf dem stockdusteren Campingplatz einen umherschleichenden Schatten hinter den Zelten erahnen. Bewaffnet mit Taschenlampen und jeder Menge Nervenkitzel bewegten wir uns vorsichtig auf den Schatten zu. Und was wir bereits vermutet hatten, stand dann in voller Größe vor uns. Es hatte sich tatsächlich ein Nilpferd auf das Campinggelände verirrt! Friedlich grasend schien es vollkommen unbeeindruckt von uns zu sein und trottete langsam von Zelt zu Zelt. An Schlafen war erstmal nicht mehr zu denken. Schnell wurden alle Mädels aus den Zelten getrommelt und vergebens versucht ein Schnappschuss ohne Blitz von dem gigantisch wirkenden Tier hinzubekommen. Aber auch ohne Erinnerungsfotos wird das Erlebnis wohl nicht mehr so schnell aus unserem Gedächtnis zu löschen sein!

Nach einer durchwachsenen Nacht meinerseits, in der sich Nilpferdmampfen und schleichende Schatten in meinen Träumen abwechselten, brachen wir noch im Dunkeln auf zur Safari. Die Chance, möglichst viele Tiere im Nationalpark zu entdecken, ist in den etwas kühleren Morgen- bzw. Abendstunden weitaus höher, da die Tiere ebenfalls ungern in der prallen Mittagssonne brutzeln. In alle Frische machten wir uns daher pünktlich um 6.30 auf zur Fähre. Nach einiger Wartezeit begleitet von einem wunderschönen Sonnenaufgang setzten wir über den Nil und befanden uns unmittelbar im Safarigebiet. Kurzer Hand wurde unser Auto safaritauglich ummodeliert, in dem das Dach nach oben hin geöffnet wurde, so dass man auf den Sitzen stehend eine Rundumsicht genießen konnte.

Drei Stunden spannende Safari lagen vor uns! Wild umherschaukelnd konnten wir neben der wunderschönen Savannenlandschaft von Antilope, Affe und Warzenschwein über Pinselohrschwein und Giraffe bis hin zu jeder Menge Büffel bewundern. Von den ca. 130 Löwen, die im Nationalpark ansässig sind, ließ sich leider keiner blicken. Nachdem wir nahe dem Ausgang des Nationalparks auch immer noch keinen Elefanten gesichtet hatten, stiegen wir schon leicht enttäuscht für eine letzte Pause, bevor es zurück nach Kampala gehen sollte, aus dem Auto aus. In der Warteschlange vorm Toilettenhäuschen drehte ich mich nochmal Richtung Park um und wollte einen letzten Schnappschuss der Landschaft aufnehmen. Da lugten auf einmal zwischen den Bäumen ein, zwei, drei, vier Elefantenköpfe hervor, die gerade den Weg passieren wollten! Aufgeregt fingen wir wie wild an zu knipsen und liefen in Richtung Elefanten. James lotste uns jedoch aus Sicherheitsgründen alle wieder ins Auto und fuhr uns in eine Position auf den Safariweg zurück, in der wir die Elefanten aus nächster Nähe betrachten konnten.

Beeindruckt von dieser unverhofften, letzten Begegnung begaben wir uns zurück auf die diesmal nicht enden wollende Fahrt nach Kampala. Nahe dem Busbahnhof hatten wir ein Hotel reserviert, welches, wie wir vor Ort feststellen mussten, schon recht abenteuerlich gelegen war. Abends ging es aber dennoch raus auf die Straße in Kampalas Nachtleben hinein! Von einheimischen Freunden, mit denen Josi bereits ihre erste Woche verbracht hatte, bekamen wir ein paar Tipps, welche Bars und Clubs denn zu empfehlen wären. So steuerten wir unsere erste Location an, eine entspannte Outdoorbar. Ganz im Gegensatz zu deutschen Bars wurde hier bereits gezeigt, wie man seine Hüften zu ugandischem Hip Hop und RnB bewegt. Als fast die einzigen Mzungos fielen wir natürlich sofort auf, was uns aber nicht daran hinderte unsere Tanzlaune auszuleben. Zudem fühlten wir uns mit den ugandischen Freunden von Josi gut aufgehoben und verbrachten ein paar witzige Stunden dort. Beschwingt ging es dann weiter in die nächste Bar. Zum Teil noch mit Safarioutfit bekleidet, fanden wir uns auf einmal in einem Hotel wieder, das wie wir vermuteten, zu der teureren Kategorie (Sheraton) gehörte. Ausgestattet mit einem DJ wurde die Hotelbar zu einer Art Club umfunktioniert. Diese skurrile Situation hielt uns jedoch nicht davon ab, den Abend noch entspannt ausklingen zu lassen. Vollkommen geplättet fielen wir schließlich nach einem langen Tag ins Bett.

Bereits am Abend hatten wir uns geeinigt, dass der Sonntag ein Ausschlaftag wäre. Zudem reizte der Frühstück-ans-Bett-Bring-Service, den das Hotel anbot, sehr. Jedoch bewahrheitete sich der Satz aus unserem Reiseführer, dass das Hotel zu den lauteren gehören sollte und so wurden wir um 6 Uhr von dem ersten Rambazamba geweckt. Mit etwas müden Augen ging es dann nach dem Frühstück los zu einem Handcraftmarkt, den wir uns zum Souvenir einkaufen ausgeguckt hatten. Wer sich in Jinja noch nicht die volle Shoppingdröhnung gegeben hatte, konnte hier noch einmal voll auf seine Kosten kommen. Noch schnell mit Brot und Snacks eingedeckt, machten wir uns zum Nachmittag hin wieder auf den Heimweg. Als letzte Hürde bezwangen wir das nicht in Worte fassbare Chaos des Busbahnhofs und konnten gerade genügend Plätze in dem letzten Bus nach Mbale ergattern. Für Josi ging es weiter nach Mbarara zu ihrem nächsten Projekt, dem Aufbau einer deutsch-ugandischen Universitätspartnerschaft. Nach einem überstürzten Abschied machten wir uns auch auf nach Mbale in unser trautes Heim und ließen die schönen vier Tage in unseren Gedanken Revue passieren.

(Claudia)

21August
2014

+++ short news II. +++

Nun haben wir auch die ersten Tage ohne fließend Wasser überstanden! Nach bereits einigen Abenden ohne Wasser in der Küche, fiel am Dienstag und Mittwoch schrittweise das Wasser komplett aus...

Dienstag Mittag kam erst die Nachricht, dass die Küche wasserlos ist, Nachmittags wurde Amiras Duschvergnügen nach dem Einseifen jäh unterbrochen, und anschließend blieb auch das fließende Wasser in den Toiletten aus!

Inzwischen haben wir wieder überall fließend Wasser - außer in der Dusche! Aber mit Wasserkanister kann jede Dusche erfolgreich beendet werden, Lynn und Kerstin haben zwischenzeitlich den Außenwasserhahn als Dusche umfunktioniert, Sandy hat das Restwasser der Dusche unserer Nachbar-Volunteers aufgebraucht und ich mich an einer Dusche im casa (Hostel) erfreut!

(Ann-Christin)

14August
2014

Kulinarische Erfahrungen

Essenstechnisch haben wir uns inzwischen gut etabliert. Von unserem anfänglichen Frühstück aus Chapati und Toast (ohne Butter) mit Marmelade aus Mangel an Kühlungsmöglichkeiten sowie Bananen haben wir inzwischen ein gesundes Frühstück geschaffen. Haferschleim, Müsli (auch wenn das ziemlicher Luxus ist) mit Bananen und Mangos und nur noch wenig Toast und ab und zu ein Chapati. Wir wollten nämlich endlich ein bisschen Gesundheit reinbringen ;) Zum Frühstück auf dem Bau gibt’s meist Chapati und Tee (jaaa mit Zucker, aber das brauchen wir auch für die anstrengende Arbeit). Die ganzen Kekse zum Überleben bis es endlich Mittag gibt (man weiß nie wann es kommt und es kommt oft vor, dass es erst halb Drei etwas zu Essen gibt) haben wir mittlerweile mit Möhren und Äpfel ausgetauscht, weil wir Kekse auch nicht mehr sehen können. Zum Mittag gibt’s dann leckere Schonkost ;) ...Kartoffeln, Reis, Poscho (Maisbrei), Matoke (Kochbananen) sowie Bohnen und Kohl. Wir hatten aber auch schon Maiskolben, bittere eggplants (aber das waren keine Auberginen) sowie Paprika ein Mal. Zum Nachmittag gibt’s meist noch mal eine Banane... wir fühlen uns schon wie die Affen ;) und am Abend haben wir auch super Alternativen für das Toast gefunden und Ann-Christin traut sich inzwischen ans Feuer machen. Es gab schon Spaghetti, Salat, ganz leckere Guacamole, weil die Avocados hier der Hammer sind und Britta das super kann, sowie Gemüsepfanne und Rührei.

Abendessen mit Guacamole Abendessen mit frischem Obst und Gemüse

Manchmal essen wir auch außer Haus, da das ja hier für unsere Verhältnisse sehr billig ist. Inzwischen haben wir sogar Körnerbrot gefunden, das leisten wir uns nicht oft, aber wenn, dann fühlen wir uns wie im Himmel. Gerne gehen wir aber auch auf die Straße, dort kann man mit seinem Teller hingehen und sich leckere selbstgemachte Pommes holen, Maiskolben, Kohl, Chapati, Rolleggs (Rührei im Chapati) und so weiter. Heute will Ann-Christin sich an eine weiße Rübe wagen. Zwischendurch holen wir uns auf der Straße auch öfter Popkorn. Das gibt’s überall auf den Straßen und ist gesalzen. In Deutschland hätte ich mich übergeben, bei dem Gedanken daran, doch hier ist es ein Traum. ;)

(Sandy)

 

Ps. „ans Feuer machen“ heißt, wir kochen inzwischen auch mit Kohlen! Sehr nützlich bei Stromausfall (wie zum Beispiel gerade jetzt!). Der Anleitung von Nathan nach soll ich eigentlich eine Plastiktüte zum Anzünden nehmen, nach einem Fehlversuch bin ich jetzt mit, ich glaube, Zedernholz-Schnitzen sehr erfolgreich. Mein Kochrepertoire wächst ständig und der Schwierigkeitsgrad nimmt zu.

Der Reihenfolge nach:

1. Kaffeewasser

2. Fried vegetables

3. Schokopudding (Ugandisches Tütenprodukt)

4. Rührei mit Tomate und Zwiebeln

tbc

(Ann-Christin)

Feuer machen auf dem Balkon

11August
2014

Richtfest

2 Schaufeln, 2 Schubkarren, 4 Kellen zum Mauern, Gerüste aus Holz, ein paar Handsägen, viele Nägel und ein Hammer, Wasser aus dem Brunnen transportiert in Kanistern, viel Manneskraft und kein Strom, das sind unsere Bedingungen hier auf der Baustelle. Und doch hatten wir letzte Woche nach 2 ½ Wochen Bauzeit bereits Richtfest! Die Konstruktion des Dachstuhls ist also bereits fertig gewesen und damit der Rohbau abgeschlossen.

Diese Tradition ist hier in Uganda so nicht bekannt, daher dachten wir uns, wäre es doch nett ein wenig deutsche Kultur zu vermitteln. Aufgrund unserer Spontanität wurde es eine kleine Zeremonie. Ein Richtkranz gefertigt aus den angrenzenden Pflanzen durfte natürlich nicht fehlen. Auch ein paar Getränke besorgten wir unter viel Aufmerksamkeit mitten im Dorf. Nach einer kleinen Ansprache und Erläuterung der Tradition, natürlich vom Dach aus, wurde ein Nagel erfolgreich von Sandy in die Dachkonstruktion geschlagen. Anschließend wurde mit einem lauten „Prost!“ angestoßen. Der Richtschmaus fiel mit Keksen eher klein aus, das war der Spontanität geschuldet. Erstmals kamen verschiedene Menschen, die in den letzten Wochen tatkräftig waren zusammen, sodass tolle Gruppenfotos entstanden.

Hier ein paar Impressionen für euch :)

Auch hier in Uganda wird nach Gewerken unterschieden. Für uns lassen sich 2 verschiedene Truppen unterscheiden und dann noch ein paar Helfer, die assistieren. Es gibt diejenigen, die alles machen, was mit Mauern, Ringanker und Boden zu tun hat. Und dann gibt es sozusagen die Zimmerer, die das Holz bearbeiten und den Dachstuhl gebaut haben sowie für die Konstruktion der Veranda verantwortlich waren. In jedem Team gibt es auch einen Vorarbeiter, der entsprechende Anweisungen gibt. Die einzelnen Arbeiter haben einen unterschiedlichen Ausbildungsstand. Auch hier werden die Jugendlichen erst ausgebildet über einen gewissen Zeitraum, wie lange genau, haben wir noch nicht rausgefunden. Natürlich gibt es gleichzeitig auch Leute, die bereits Bauerfahrung haben und nicht mehr so viel angeleitet werden. Die Jüngsten auf dem Bau sind so um die 16 bis 18 Jahre alt, also gerade fertig mit der Schule bzw. haben sie die Schule zum Teil bereits mit 14 verlassen und angefangen zu arbeiten. Hat ein Gewerk mal nicht so viel zu tun, dann wird auf einer anderen Baustelle gearbeitet.

Nachdem wir nun schon einige Trips hinter uns haben, lässt sich das neue Schulgebäude recht eindeutig als sehr typische Bauweise feststellen. Die meisten gemauerten Häuser sind in dieser Art gebaut. Das Pultdach wird dabei in der Regel von einer sagen wir „Ziermauerung“ verdeckt, aber das werdet ihr später noch sehen, wenn es so weit ist. Es gibt jeweils große Türen und hinten raus ein oder zwei Fenster. Eine Veranda ist auch typisch, wahrscheinlich um ein schattiges Plätzchen für heiße Sonnentage zu haben. Man hat uns erzählt, dass die Art der Veranda an unserem Schulgebäude, und zwar Rundbögen, die aufwändigste/ teuerste/ beste Variante ist. Das liegt daran, dass es sehr aufwendig ist, die Schalung für die Bögen herzustellen. Aber wir haben es die Tage beobachtet und sie haben es mit Erfolg gemeistert!

Nach dem Richtfest letzten Dienstag haben wir die Baustelle für 3 Tage verlassen um unseren Trip zu den Murchinson Falls zu machen. Ich bin mir sicher, dass auch in dieser Zeit der Bau gut voran geschritten ist, sodass unser Projektziel, dass Haus Ende nächste Woche (Eröffnung soll am 22. August sein) fertigzustellen, sehr wahrscheinlich ist! Das freut uns natürlich sehr :) Die anderen Mädels werden euch weiter berichten. Ich für meinen Teil werde erst das fertige Haus wieder begutachten können, da ich am gestrigen Tag bereits nach Mbarara gereist bin, um hier für 2 Monate an die Uni zu gehen. Ich bin mir sicher, dass die Mädels das weiterhin gut meistern können, es warten ja auch noch spannende Aufgaben, wie das Wände verputzen.

Auf jeden Fall war es eine tolle und erfahrungsreiche Zeit und ich bin weiterhin total fasziniert, wie man mit einfachen Mitteln und viel Kreativität ein Haus bauen kann. Außerdem bin ich auch froh so einen Einstieg in Uganda gehabt zu haben, denn zusammen mit den Mädels hatte man eine gute Zeit, um hier richtig anzukommen und die Dinge kennenzulernen und trotzdem ein Stück seiner eigenen Kultur zu genießen und sich auszutauschen. Das ist wirklich verdammt wichtig und erleichtert so Manches! Jetzt bin ich gespannt auf das fertige Haus und die Eröffnungen in 2 Wochen, bis dahin sind die Mädels weiter fleißig am Schuften ;-)

Seid alle lieb gegrüßt da draußen in der Heimat, bis demnächst

Josi

07August
2014

Abseits 'unserer' Baustelle

Heute startete der Morgen zur Abwechslung mal ohne Bauklamotten. Nathan gab uns einen Einblick, welche Projekte neben unserem noch von ACTS unterstützt werden (u.a. Schulen, Kindergärten, Aids-Patienten-Unterstützung).

 

Eines dieser Projekte besteht seit Ende November, welches von einer Deutschen initiiert wurde und sich die palliative Begleitung von Aids-Patienten zum Ziel gesetzt hat. Die Patienten werden dabei von Freiwilligen mit kleinen Dingen wie Obst und Seife versorgt und auch regelmäßig auf einen ausgedehnten Plausch besucht. Eine Versorgung im medizinischen Sinne können die Freiwilligen jedoch nicht leisten, da sie keine Medikamente verteilen dürfen. Die erforderlichen Medikamente zur Behandlung des HIV-Virus werden durch eine andere Organisation gefördert und werden in einem regionalen Krankenhaus zur Abholung bereitgestellt. Leider werden Aids-Infizierte oft von ihrem Dorf verstoßen, weshalb der Unterstützung des Projekts von ACTS International eine besondere Bedeutung beigemessen wird. Das Projekt startete mit 3 Patienten, wovon einer leider nicht mehr unter uns weilt. Inzwischen werden aber bereits 18 Patienten betreut, die regelmäßig im Krankenhaus oder Zuhause besucht werden. Die Betreuung durch die Freiwilligen wird von den Patienten dankbar angenommen und gibt ihnen nach eigener Aussage neue Hoffnung. Wir durften zwei Menschen kennenlernen, die durch dieses Projekt begleitet wurden und aufgrund der Zuwendung und Versorgung neuen Lebensmut schöpften. Zuvor waren sie bettlägrig und nicht in der Lage sich selbst zu versorgen, geschweige denn zu arbeiten und ihren Haushalt zu erledigen (Kochen auf offenem Feuer, Wäsche per Hand, etc.). Heute erlebten wir sie zwar noch geschwächt, jedoch lebensfroh und mobil genug, um wieder kleinere Arbeiten selbstständig zu verrichten. Wir hatten das Glück an ihren Erzählungen und ihrer Zuversicht teilhaben zu können.

 

In einem weiteren Projekt („Lehrer für Lehrer“) nahe Mbale entsteht mit kleinsten Mitteln ein Ausbildungszentrum für ansässige Lehrer. Aktuell werden diese von zwei freiwilligen Lehrern aus England bzw. Irland geschult. Inhaltlich werden den regionalen Lehrern vor allem methodische Grundlagen für die Organisation und Durchführung des Unterrichts vermittelt. Im Vordergrund stehen vor allem Lernmethoden und wie diese mit einfachsten Materialien umgesetzt werden können. Dabei werden beispielsweise die verschiedenen Lerntypen thematisiert (akustisch, visuell ...).

 

Eines der Betreuungszentren für Kinder in der Umgebung von Mbale war ebenfalls eines unserer Ziele. Eine verantwortliche Betreuerin führte uns über das Gelände und stand uns Rede und Antwort. Sie berichtete uns von der Entstehung des Child-Care-Centre und erzählte vom Umgang der Gemeinschaft mit den zahlreichen Waisenkindern. Diese werden nicht wie zu erwarten in abgelegenen Waisenhäusern untergebracht, sondern als gemeinsame Aufgabe für die Familien vor Ort betrachtet. Die Mitglieder teilen sich dabei die Verantwortung und die Fürsorge für die Waisenkinder. Die Schaffung von Waisenhäusern übersteigt die finanziellen Möglichkeiten des Dorfes bei Weitem, da nicht nur der Bau, sondern vor allem auch der tägliche Betrieb gewährleistet werden müsste. Das Konzept ist in der Hinsicht besonders, dass den elternlosen Kindern dadurch ein Leben inmitten ihrer Heimatgemeinschaft ermöglicht wird. So müssen die Kinder ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen und können bei den Menschen bleiben, die sie von Geburt an kennen.

(Anna)

04August
2014

Zweiter Ausflug: Jinja

„Jinja “ hieß das Reiseziel für unser zweites Wochenende in Uganda. Am frühen Samstagmorgen startete die Tour, indessen Handgepäck die Vorfreude den meisten Platz einnahm, denn von einigen anderen Volunteers hatten wir bereits schon gehört, dass es in Jinja viel zu erleben gibt. Als Verkehrsmittel haben wir uns auf der Hinfahrt für einen Überlandbus entschieden. Die Fahrt verlief im Großen und Ganzen problemlos, auch wenn der Bus im Laufe der Fahrt immer voller und voller wurde und einige Mitfahrer auch gleich die Gelegenheit nutzten, um ‚wichtige/ lebensnotwendige‘ Sachen (z.B. Heilsalben) zu verkaufen. Nach gut zwei Stunden Fahrt, die mit afrikanischen Musikvideos untermalt wurde, verpassten wir fast den Ausstieg in Jinja, da wir alle eingenickt waren .

Überlandbus, YY- Coaches
Schnell aufgestanden und Rücksäcke aufgeschnallt, verließen wir den Bus und standen an der etwas kahlen Haltestelle in Jinja, doch nicht lange, denn sofort kamen Boda Bodas angefahren und brachten uns mit hoher Geschwindigkeit zum Bellevue- Hotel, unserer Unterkunft.  
Nach dem Check- In und einem kurzen Aufenthalt machten wir uns gleich auf in die Stadt. Auf den Straßen luden uns die schönen Souvenirshops zum „Come in and have a look my friend“ ein und die ersten Mitbringsel und Erinnerungsstücke wechselten den Besitzer.

Souvenirgeschäfte
Anschließend spazierten wir zur Tourismus Information und buchten die ‚Sunset- Cruise‘ auf dem Nil für den Abend. Weiter ging es mit Hilfe von Boda Bodas auf direktem Wege zum Wasser, die vielen neuen Eindrücke machten unseren Bauch hungrig, sodass wir einen Snack im nahegelegenen Restaurant mit Nilblick aßen. Wir genossen das schöne Wetter und verweilten einige Zeit, sodass wir die geplante Fahrt auf dem Nil anschließen konnten.
Während der zweistündigen Bootsfahrt stoppten wir auf einer Wasserinsel und schlenderten durch den Nil, auch durchquerten wir hier einen Souvenirshop und posierten für ein Gruppenfoto bei der ‚The Source of Nil‘. Durch den Service der Bootguides, die uns mit vielen Informationen und mit kühlen Getränken sowie Babybananen versorgten, konnten wir den schönen Sonnenuntergang in vollen Zügen genießen und verließen relaxt das Boot.

Gruppenbild GruppenbildWasser- Insel The Source of NilSonnenuntergang
Im Restaurant ließen wir den Abend noch mit zwei italienischen Volunteers, die wir bereits in Mable kennengelernt haben, gemütlich ausklingen. Ein Teil der Gruppe zog weiter und schaute in Jinja’s Clubs vorbei.


Am Sonntag hieß es erstmal ausschlafen bis 9.00 Uhr, Sachen packen und auschecken. Anschließend sehnten sich alle nach einem großen Frühstück und einer Fortführung des Bummelns in den Geschäften. In einem ‚Mzungu Restaurant‘ bestand das vielfältige Frühstück aus, Bacon Eggs Sandwichs, Obstschale mit Joghurt und Müsli, Peancakes, grünem Smoothie und ersehntem afrikanischem Kaffee.
Voll bepackt machten wir uns zu neunt auf die Rückfahrt und entschieden uns für das afrikanische Erlebnis ‚Matatu‘. (Dies ist ein eine Art "kleiner VW Bus", der mit 14 Plätzen ausgestattet ist, gerne aber auch bis zu 20 Leute mit Gepäck transportiert.) Auf dem Busparkplatz angekommen, stürmten innerhalb von Sekunden einige Männer auf uns zu, nach dem Wort „Mbale“ und weiteren 20 Sekunden kam auch schon das Matatu vorgefahren. Mit voller Hoffnung, das Matatu für uns zu haben, stiegen wir ein. Doch dies änderte sich schnell, denn es ist natürlich nicht möglich auch nur einen Sitz frei zu lassen. Wir hatten die Auswahl die freien Sitzplätze zu bezahlen und nonstopp nach Mbale durchzufahren, oder weitere Mitfahrer einsteigen zu lassen.
Entschieden haben wir uns für die zweite Variante, da wir dem Fahrer nicht ganz glauben konnten, dass wenn wir auch die Sitze bezahlt hätten, dass diese frei geblieben wären. So hieß es: „Beine einziehen, Knie unters Kinn Gepäck auf den Schoß und los geht’s!“ Zwischenzeitlich hielten wir auf der Tankstelle an, um etwas an dem Reifen zu reparieren, oder es wurden bei den Stopps Getränke, geschälte Bananen, Fleischspieße, gegrillte Maiskolben etc. durch die geöffneten Fensterscheiben angeboten . Im Großen und Ganzen ist die Fahrt soweit gut verlaufen und wir wurden nach drei Stunden fast vor Haustür rausgelassen .

Fahrt im Matatu Matatu

Das Wochenende in Jinja war eindrucksvoll, erlebnisreich und sehr erholsam, sodass wir neue Kraft für die Arbeit auf der Baustelle sammeln konnten.
Diese Woche arbeiten wir nur bis Mittwoch, da wir dann eine insgesamt 4-tägige Tour zu dem Murchison National Park antreten. Darauf freuen wir uns schon sehr und wir sind gespannt was wir alles auf dem dritten Ausflüg erleben dürfen….

(Britta)

03August
2014

+++ short news +++

Nach zwei Wochen die erste warme (ich wiederhole: w a r m e) Dusche!!!

So erfrischend die tägliche kalte Dusche auch ist... Der heutige morgendliche Luxus war einfach großartig! :) Jinja biete neben der Nil-Quelle zusätzlich diese Attraktion für mich!

(Ann-Christin)
(... die heute die einzige mit diesem Glück war!)

01August
2014

Erster Ausflug: Sipi Falls

Morgens um 9.00 Uhr holt uns Nathan ab und sorgt dafür, dass wir heil bei den Sipi Falls ankommen. Auf der etwa ein stündigen Fahrt, deren Hauptrichtung bergauf ist, sehen wir wunderschöne grüne Landschaften, unzählige Straßenstände und auch zahlreiche kleine von Armut geprägte Gemeinden.

Gerade angekommen werden wir vom kilometerweiten Ausblick ins Tal geradezu überwältigt. Zu unserer großen Freude werden wir zudem mit einer Kanne frisch gebrühtem Kaffee begrüßt.

Blick von der Terrasse Gruppenbild

Unsere Unterkunft in Bandas, kleine Häuschen aus Bambusstäben und Bananenblättern erbaut, sorgt für ein unverfälschtes Naturerlebnis. Direkt neben einem der drei Sipi Falls gelegen, dürfen wir bei plätscherndem Wasser nächtigen.

Bandas Gruppenbild

Das Mittagessen besteht aus einem zwei Gänge Menü: als Vorspeise wird Toast mit Champignoncreme serviert. Anschließend gibt es Pommes frites – die Freude ist riesig, Hähnchenschenkel – nicht unlecker, aber etwas mager und zäh, sowie gekochtes Gemüse.

Gegen 13.30 starten wir zum dreistündigen „nature walk“:

Als wir nach gefühlten 700 Stufen nach Luft ringend wieder oben bei der Rezeption ankommen, steht Moses, unser laut Reiseführer unverzichtbarer Guide schon bereit, mit sieben ca. 1,80 m langen Bambusstäben, die uns scheinbar als Spazierstock dienen sollen. Wie amüsant, denken wir noch, nichts Böses ahnend, das wird ja eine richtige Wandertour – ganz stilecht mit Spazierstock. Das wir ihn dringend brauchen, ohne ihn stellenweise gar kaum vorankommen würden, das kommt uns nicht in den Sinn. Dies ändert sich schnell, als unser Guide mit ordentlichem Tempo quer über die Straße voran schreitet und im Dickicht verschwindet. Der gebuchte „nature walk“ machte seinem Namen alle Ehre – unserer Meinung nach müsste er richtigerweise mindestens „nature hike“, wenn nicht sogar „nature climb“ heißen. Wir „spazieren“ nicht nur über Stock und Stein, sondern über lehmige Trampelpfade – zum Teil nur 20 cm breit, durch Wasserfall-zuflüsse, über selbst gebaute, nach deutschem TÜV-Standard wenig vertrauenerweckende Brücken und wir bezwingen schätzungsweise 100 Höhenmeter – gefühlt 3000… Dank des Spazierstocks überwinden wir auch die größten Unebenheiten, Steinstufen und rutschige Wege ohne größere Verletzungen.

während der Wanderung Wasserfall

Wieder zurück in der Lacam Lodge dürfen wir uns, nach einer kleinen Verschnaufpause – die wir hocherfreut zum frisch machen und umziehen nutzen, um 18.30 schon über ein warmes Abendessen freuen - als Vorspeise Champignonsuppe, Basmatireis, gekochte Möhren, Fleisch in Currysauce, Linsen in Sauce, Nachspeise: Pancakes mit Honig!!!

Wir würden in der schönen ruhigen mit Petroleumlampen an Ästen hängend beleuchteten „Bar“ gern noch schnatternd sitzen bleiben, werden allerdings direkt nach dem Essen rauskomplementiert – Zeit für Feierabend.

So machen wir es uns dann in unseren Dorms gemütlich, lauschen Ann-Christins Vorlesungen aus der aktuellen NEON und begeben uns – dem starken Regen lauschend – nach und nach ins Schlummerland – um 21.30 Uhr.

Obwohl wir heute am Sonntag hätten ausschlafen können, da kein Tag auf der Baustelle ansteht und das Frühstück erst für 9.00 gebucht ist, erwachen wir alle gegen 7.00 und kuscheln uns noch in unsere jeweiligen Schafsäcke bis wir um 8.45 tatsächlich aufstehen müssen. Es erwartet uns ein formidables Frühstück mit frisch gepresstem Passionfruitsaft, frischem und wie wir später auf der „coffee-tour“ erfahren durften, selbst angebauten, gepflücktem, gehäutetem, geröstetem und zermahlenem Kaffee, Toast, Bananen, Wassermelone, Peanutbutter, und Ei nach wahl – scrambled eggs, hard oder soft boiled eggs, omelette oder spanish omelette – lecker!

Nach der umfangreichen morgendlichen Stärkung haben wir noch ein paar Stündchen gemütlich auf der Terrasse verbracht, bevor wir uns dann zur „coffee-tour“ aufmachen. Wir erreichen gerade die erste Kaffeepflanze, als plötzlich monsunartige Regenfälle einsetzen. In der glücklichen Weise nahe gelegenen Hütte des Küchenchefs der Lacam Lodge dürfen wir uns unterstellen. Nach einer Stunde des Abwartens beeilen wir uns durch den Regen zurück in die Lodge zu kommen. Dort wird die Tour behelfsmäßig fortgesetzt und wir sehen wie Kaffeebohnen geschält, geröstet und gemahlen werden. Das selbstgemahlene Kaffeepulver dürfen wir mitnehmen - die ersten Tests unserer kompetenten Kaffee-Jury ergaben sehr positive Ergebnisse

Coffee- Tour Caffeebohnen Caffeebohnen geschält Caffebohnen geröstet  Caffeebohnen werden zerstampft
Unseren ersten gemeinsamen Ausflug in Uganda haben wir sehr genossen und wir freuen uns auf weitere tolle Erlebnisse, der nächste Ausflug wird uns nach Jinja führen....

(Anna und Britta)

 

29Juli
2014

Schaffe, schaffe Häusle baue…

Wir sind jetzt Ziegelstein-Wurf-Ketten-Spezialisten, Profi-Sandschaufler und Fortgeschrittene Rest-Mauern-Einreißer!

Seit unserem ersten Tag auf dem Bau ist viel passiert. Nach fünf vollen Bautagen möchten wir euch nun endlich mehr von unserem Projekt und den Fortschritten berichten. Inzwischen haben wir einen richtigen Baualltag. Dieser beginnt Montag bis Freitag um 8 Uhr morgens, dann starten wir mit Nathan von unserer Wohnung in Mbale Richtung Bulumela. Die Fahrt dauert eigentlich ca. 45-60min je nach Straßenzustand. Wann wir tatsächlich ankommen, hängt natürlich auch davon ab, ob wir oder Nathan pünktlich sind. Weiter können noch verschiedene Stopps und Checks auf der Strecke dazwischen kommen, so sind wir irgendwann zwischen 9 und 11.30 Uhr auf der Baustelle. Am Vormittag gibt es eine Teepause mit sehr süßem Tee und kleinem Snack, wie z. B. Chapati. Lunch gibt es gefühlt erst am frühen Nachmittag und auch wenn der Hunger dann groß ist, enttäuschen wir regelmäßig die an uns gestellten Erwartungen in punkto verspeister Portionen.

Unser Feierabend hängt dann stark von eventuellen Regenfronten, der für den Tag anfallenden Arbeit und Nathans weiteren Terminen ab. So endet unser Arbeitstag zwischen um 13.30 und 16.15 Uhr, in der Regel bisher gegen 15 Uhr, mit der Rückfahrt in die Stadt. Wenn wir beim Projekt ankommen, sind die freiwilligen Bauhelfer aus dem Dorf dann meist schon bei der Arbeit. Als einzige Frauen auf der Baustelle behaupten wir uns Tag für Tag neu. Für Moses, John, Amos, Soley u. a. bleibt es ungewohnt, dass Frauen diese Art von Arbeit verrichten. Aber in den letzten Tagen gibt es immer mehr anerkennende Worte, dass wir tatsächlich „wie Männer arbeiten können“.

Die angekündigten Grundmauern waren bei unserer Ankunft schon höher als wir von den Fotos wussten und wurden innerhalb des ersten Tages rasch auf die volle Höhe gezogen.

Per Ziegelsteinwurfkette haben wir immer rechtzeitig für Nachschub an Baumaterial gesorgt.

An den nächsten Tagen konnten wir zusätzlich, nachdem wir uns Hammer und Meißel erkämpft hatten, eigenständig Zwischenmauern einreißen (ohne große Blessuren!).

Statt klassischem Fundament haben wir die umliegenden zerbrochenen Ziegelsteine und sonstigen Bauschutt in die Räume gebracht, diese mit brachialer Gewalt noch weiter zerkleinert, und das Ganze mit Sand bedeckt.Kleiner werdende Sandberge vor dem Gebäude sind wahnsinnig befriedigend! Schubkarre um Schubkarre füllten sich die drei zukünftigen Schulräume. Während wir uns mit dem Boden beschäftigen, wurde weiter oben an die Statik gedacht.

Mithilfe von Ästen und Stöckern aus der Grenz-Bepflanzung vom Nachbarn ist das flexible Gerüst rund ums Gebäude gewandert. Die Bewährung für den Ringanker ist aus Stahlstangen (gebogen angeliefert und per Hand wieder begradigt) sowie selbstgebauten Eisen-Triangeln gefertigt. Die Verschalung wurde sehr kreativ an Stelle und Ort gebracht. Während des Wochenendes wurde fleißig weiter gearbeitet, sodass uns am Montag ein fertiger Ringacker überraschte. Vier weitere Ziegelsteinreihen schließen die Mauern ab. Das heißt, schon bald wird mit dem Dach und der Veranda begonnen! Und morgen geht’s auch mit dem Boden weiter. :)

 

Immer wieder bekommen wir Besuch von den Kindern der Schule und den Dorfbewohnern.

(Ann-Christin)

28Juli
2014

Erstes Dinner außer Haus

Am Donnerstag, den 25.07.2014, genossen wir das erste Abendessen außerhalb unserer Unterkunft – also mal nicht Toast und Banane… Hoch motiviert, weil hungrig, begaben wir uns auf den 30 minütigen Fußweg ins „Casa del Turista“ – ein nettes und verhältnismäßig sauberes Hostel mit WLAN (zumindest manchmal). Nachdem die Kommunikation zwischen uns 7 Damen zeitweise ausschließlich digital erfolgte („Ich hab´ INTERNET!!!!“), entschlossen wir uns nach eingehender Recherche der Speisekarte für verschiedene Gerichte, die wir buffetartig teilen wollten. Wir bestellten um 19.30 Uhr.

 

Serviert wurden die Speisen um 21.15 Uhr. Sagen wir es mal so: die Stimmung sank proportional zur Dauer der Wartezeit. Als endlich „carrot and ginger soup“, „chicken tortilla soup“, „vegan soup“, „veggie burger with fried potatoes“, „vegetable pizza“, „pizza magherita“ und „tacos with meat“ serviert wurden, war die Freude entsprechend groß – die erste warme Abendmahlzeit seit dem Hinflug! Wir probierten uns durch die vielfältigen Speisen (was nicht allen so gut bekam) und sammelten unterschiedliche Erfahrungen – die Suppen wurden recht positiv aufgenommen (auch wenn wir nicht wirklich herausfinden konnten, was eigentlich alles drin ist), der „veggie burger“ war eine schmackhafte Wahl, mexikanisches Essen dagegen muss man in Uganda allerdings nicht zwingend bestellen. Gesättigt machten wir uns in der Dunkelheit (hier ist es ganzjährig um 19.00 Uhr dunkel wie die Nacht) auf den Heimweg. An der nächsten Straßenecke trafen wir auf einen Boda-Fahrer und überlegten – typisch deutsch – wo wir denn hingehen müssten, um weitere Bodas zu finden, die einige von uns nach Hause bringen könnten. Diese Gedanken zerstreuten sich sofort, denn plötzlich kamen von allen Seiten freie Bodas angefahren, um uns Muzungu-Mädchen nach Hause zu chauffieren. Die Kombination von riesigen Schlaglöchern, uralten röchelnden Motorrädern in der schlicht von den Fahrzeugscheinwerfern erhellten Nacht ist nichts für schwache Nerven. Na ja, zumindest gewöhnungsbedürftig. Diese 5 Minuten lange Motorradfahrt hat geschafft, was mehrere Tage auf der Baustelle nicht zu erreichen vermochten: ich hatte Muskelkater (ja, ich hab mich festgekrallt, um nicht runter zu purzeln…). Wir haben die Fahrt überlebt und sind heil vor unserer Unterkunft abgesetzt worden. Fröhlich schnatternd trafen wir uns alle wieder vor unserem Haus. Als wir das Stahltor öffnen wollten, erlebten wir eine Überraschung: um 22.15 Uhr Ortszeit war das 2,5m x3m große Eingangstor per Vorhängeschloss von innen gegen unbefugte Eindringlinge gesichert. Auf unser Klopfen und Rufe reagierte leider keiner unserer direkten Nachbarn, daher haben sich Lynn und Claudia kamikazemäßig heimlich, still und leise über die Mauer geschwungen und einen der beiden Torflügel aus der Bodenverankerung gelöst. So entkamen wir knapp einer Nacht auf der lehmigen Torschwelle und konnten noch einige Stunden Schönheitsschlaf genießen, bevor es am nächsten Morgen direkt wieder zur Baustelle ging.

(Anna)

 

 

23Juli
2014

Bulumela - Ein Kennenlernen

Gestern waren wir in Bulumela, dem Dorf, in dem wir die Vorschule bauen werden, um uns mit den Leuten und dem Umfeld vertraut zu machen. In Bulumela kamen wir allerdings erst nach einer längeren Fahrt mit mehreren Zwischenstopps an, unter anderem hielten wir beim Representative of the President of Uganda, um uns dort vorzustellen. Als wahre Herausforderung stellte sich jedoch nicht der recht offizielle „Antrittsbesuch“ heraus, sondern der mit dem Stopp verbundene Toilettenbesuch. Die aufgesuchte Toilette stellte sich wahlweise als eine Rinne im Boden, direkt an der Wand (wie das funktionieren sollte, blieb uns ein Rätsel) oder ein Plumsklo (aka The Hole) heraus. Wir entschieden uns geschlossen für letzteres. Dies verlangte uns nicht nur einiges an Überwindung ab, sondern vor allem viel Zielsicherheit in das Loch des Plumsklos. Letztendlich haben wir alle diese Hürde erfolgreich-und nicht ohne Stolz-gemeistert. Im Dorf angekommen wurden wir einem Teil unserer zukünftigen Helfer, sowie den Lehrern und dem Chef des Dorfes, sowie dem Bauleiter vorgestellt und anschließend durch das Dorf geführt, jedoch leider ohne wie angekündigt die Baustelle zu besichtigen. Nach der Führung durchs Dorf folgte jedoch ein Highlight: die erste warme Mahlzeit unseres Aufenthalts in Uganda. Reis mit Bohnen und Huhn, zusammen mit der Aussage unseres Ansprechpartners: Das Huhn muss aufgegessen werden, sonst ist das unhöflich. Glücklicherweise haben sich Britta und Josi erbarmt und gemeinsam mit Nathan das Huhn verspeist. Danach ging es auf Grund des herannahenden Regens wieder Richtung Mbale, wo wir abends endlich unser letztes Gruppenmitglied Claudia in Empfang nehmen konnten.

Heute war der erste Tag auf dem Bau angesagt. Nach einem etwas holprigen Start, in Form eines platten Reifens und einer leeren Autobatterie, kamen wir schließlich mit anderthalb Stunden Verspätung auf der Baustelle an, wo wir bereits von den ugandischen Freiwilligen erwartet wurden, die zahlreich erschienen waren. Unsere Hauptaufgabe heute war es eine Kette zu bilden und die Ziegelsteine von einem Ende der Baustelle zur anderen zu transportieren, während die fleißigen ugandischen Helfer in einem wahnsinnigen Tempo den fehlenden Teil der Außenwand, sowie eine Innenwand mauerten. Zwischendurch haben wir ihnen neue Steine angereicht und ausgedehnte Pausen im Schatten gemacht. Wir wurden mit reichlich Essen versorgt und keinesfalls überfordert. Besonders am Nachmittag wurde die Arbeit angenehmer, da Wolken und Wind aufkamen. Trotzdem hat uns allen die Sonne, besonders in Kombination mit dem Lehmstaub, etwas zugesetzt. Danach haben wir uns einen gemütlichen Abend Zuhause gemacht und unsere kalte Dusche genossen. Wir sind schon gespannt, was die nächsten Tage auf uns zukommt und ob wir tatsächlich in dem Tempo weiterkommen, mit dem wir begonnen haben.

Ps: Leider können wir euch heute keine Fotos posten, da die Kamera abhanden gekommen ist.

(Lynn)

21Juli
2014

Wir sind da!!!

Liebe Leute in der Heimat,

wir sind angekommen in Mbale, uns geht’s gut! Die Fahrt vom Flughafen in Entebbe nach Mbale war ein langer Trip, ganze 6 Stunden haben wir gebraucht. Das Auto war voll mit Gepäck und uns, sodass wir zu viert auf der Rückbank gesessen und Britta und Anna mit dem Gepäck gekuschelt haben. Aber das ist hier in Uganda kein Problem.

Angekommen gegen 22 Uhr ugandischer Zeit (wir sind Deutschland eine Stunde voraus) haben wir also unsere Unterkunft für die nächsten 5 Wochen betreten. Zunächst etwas geschockt, haben wir uns nach einem Tag schon ganz gut eingelebt ;-) Mittlerweile hat unsere Toilette auch eine Klobrille und wir haben noch ein paar andere Dinge heute reparieren lassen. Die erste Nacht unter dem Moskitonetz haben alle gut verbracht, nur der Muezzin der direkt in der Nachbarschaft gelegenen Moschee hat uns um 5:30 kurz geweckt.

Der erste Tag war ganz entspannt, wir haben die kleine Stadt zusammen mit Nathan, unserem Ansprechpartner der ACTS Organisation, erkundet. Es gibt viele kleine Shops, wenig Autos, viele Boda Bodas (Motorräder) und jede Menge Staub. Nathan hat uns auch eine nette kleine Lokalität für Touristen gezeigt, in der es sogar WLAN gibt, sodass wir wohl des Öfteren mit euch in Kontakt treten können!

Morgen geht’s dann das erste Mal ins Village Bulumela, zunächst um uns ein Bild von der Lage zu machen und die Leute im Dorf kennenzulernen. Abends erwarten wir dann noch unsere 7te Mitstreiterin Claudia. Ab Mittwoch wird dann so richtig losgelegt, wir werden euch berichten :-)

Wir grüßen euch ganz lieb!

Anna, Ann-Christin, Britta, Josi, Lynn und Sandy

PS. ein paar erste Eindrücke in Bildern 

Unsere Unterkunft

 

Der Blick von unserem Haus Unser neues Lieblingsessen - Chapati Das Stadtzentrum

(Josi)

17Juli
2014

Noch zwei Tage bis zur Abreise

Übermorgen ist es soweit -Abflug- das heißt Endspurt ist angesagt. Das Gepäck ist zu großen Teilen gepackt, es müssen nur noch letzte Kleinigkeiten erledigt werden; gleichzeitig steigen Aufregung und Vorfreude immer weiter an. Eine Teilnehmerin ist schon vor Ort und konnte bis jetzt nur positives berichten.Wir freuen uns, wenn es dann für den Rest auch endlich losgeht!

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